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Know-how

Tipps und Tricks im weglosen Gelände

12.06.2010 11:27:32
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Wer im Gebirge unterwegs ist, muss damit rechnen, dass plötzlich kein Weg mehr da ist. Auch beim Wandern. Besonders zum Saisonauftakt bedecken Schneefelder markierte Pfade. Unsicherheit im weglosen Gelände aber ist gefährlich. Was tun? ALPIN hat die wichtigsten Tipps und Tricks zusammengefasst.
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Wenn es nicht mehr weitergeht

GERÖLL

Vorsicht geboten: Abstieg auf steilem Geröllfeld.
Geröll ist ständig in Bewegung. Befestigte Wege finden sich dort deshalb kaum.

Vorkommen: Oberhalb der Baumgrenze in Karen, Schotterhalden oder in Moränenbereichen.

Achtung: Im Aufstieg sehr mühsam. Vorsicht vor feinem Geröll auf Felsflächen - dieser wirkt wie ein Kugellager!

Praxistipp: Beim Aufstieg größere Steine zum Drauftreten suchen. Beim Abstieg kleine Schritte machen. In tiefem Geröll aus mittelgroßen Steinen kann man "abfahren". So lassen sich viele Höhenmeter effektiv überwinden. Die Technik: In leicht gebückter Stellung, in kleinen Schritten und im Wiegeschritt in Falllinie durch das Geröllfeld bergab.



BLOCKWERK

Blockwerk besteht aus unterschiedlich großen Blöcken. Befestigte Wege gibt es selten, weil zu aufwendig zu bauen und erhalten. Blockwerk ist bisweilen in Bewegung.

Vorkommen: Im Karstgelände, ansonsten wie Geröll.

Achtung: Stöcke behindern mehr, als sie nutzen. Vorsichtig gehen und auf Wackelblöcke achten!

Praxistipp: Angenehmer im Aufstieg als im Abstieg. Bisweilen muss man Sprünge machen oder die Hände einsetzen.



SCHROFEN

Steiles (feuchtes) Gras kann sehr gefährlich sein.
Schrofen sind Mittelsteile bis steile felsdurchsetzte Berghänge mit mehr oder weniger großen Absätzen. Auf diesen liegt oftmals Schotter. Je nach Höhenlage finden sich Graspolster. Und je nach Steilheit kommen die Hände zum Einsatz.

Vorkommen: Oft im Gipfelbereich.

Achtung: Schrofen werden meist seilfrei erklettert, weil Sichern entweder nicht möglich ist oder zu zeitraubend wäre.

Praxistipp: Auf- und Abstiegslinie von einem Übersichtspunkt aus planen. Gruppen bleiben nahe zusammen, um die Steinschlaggefahr zu minimieren. Vorsichtig gehen oder klettern und auf lose Griffe und Tritte achten. Nur hinaufklettern, was man auch wieder runterkommt!



WEICHER SCHNEE

Jeder Weg kann schwierig werden, wenn er von Schnee bedeckt ist.

Vorkommen: Nach Wettersturz im Hochgebirge oder nach herbstlichem Wintereinbruch. Im Frühjahr aufgeweichte Altschneefelder.

Achtung: Je nach Steilheit Abrutschgefahr. Vorsicht beim Übergang von Schnee zu Eis.

Praxistipp: Wenn möglich bestehende Spuren nutzen und vorsichtige Gewichtsverlagerung im Aufstieg sowie beim Queren. Stöcke einsetzen!



HARTER SCHNEE

Das Queren von Schnnefeldern ist oft heikel.
Hartgefrorene Altschneefelder können sehr ernste und bisweilen unüberwindliche Hindernisse darstellen.

Vorkommen: Im Frühjahr bzw. in großen Höhen. Altschneefelder sind morgens oft hartgefroren und weichen im Tagesverlauf mehr oder weniger stark auf.

Achtung: Je nach Steilheit große Rutschbzw. Absturzgefahr. Nur flaches Gelände kann bei durchgefrorenem Schnee ohne Steigeisen begangen werden! Vorsicht auch auf Hohlräume in der Nähe von Wasserläufen und großen Blöcken!

Praxistipp: Stufen mit den Schuhkanten schlagen. Wenn Stufenschlagen unmöglich ist, sind Altschneefelder ohne Steigeisen nicht zu überwinden. Aufstieg in Serpentinen. Abstieg entweder ebenso oder in Falllinie.

Text: Thomas Bucher




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