- Anzeige -
Und auffällig viele Unfälle passieren auch nicht in den Kletterhallen. Aber diese Unfälle sind mit wenigen Ausnahmen auf menschliches Versagen zurückzuführen. Und davor ist niemand gefeit, wie der tragische Unfall eines Bergführerausbilders Anfang des Jahres deutlich gemacht hat.
Neben der vermeintlichen Sicherheit einer Kletterhalle haben die Tempel der Vertikalen aber noch eine andere Eigenart: Es ist häufig überfüllt, die Gefahr einer Ablenkung oder Unaufmerksamkeit ist besonders groß.
1. Schlappseil
Ein Sturz aus zwei Meter Höhe auf den Boden kann verdammt schmerzhaft sein. Deshalb gilt für den Sichernden: Besonders auf den ersten Metern aufmerksam sein und wenn sinnvoll, auch mal die Position verändern.
2. Überheblichkeit
Und die Statistik von Unfällen an künstlichen Kletteranlagen zeigt: Es passieren immer wieder schwere Unfälle aufgrund von nicht geklinkten Haken. Im Schadensfall ist laut Rechtsprechung übrigens der Kletterer schuld an Unfällen, die auf ein Auslassen von Haken zurückzuführen sind.
3. Pendel
Das Toprope-Klettern ist bei maximal senkrechten und gerade nach oben verlaufenden Routen auch okay. Verlaufen die Routen aber diagonal oder ist die Tour deutlich überhängend, müssen die Zwischensicherungen trotz des Topropes eingehängt werden.
Sonst pendelt der Kletterer bei einem Sturz je nach Wandcharakter durch die halbe Halle und "kegelt" andere Besucher um.
4. Sturzraum
Deshalb ist der Sturzraum eines Kletterers sowohl für andere Kletterer als auch für "Bodenpersonal" tabu. In eigenem Interesse. 75 Kilo von oben kann böse Folgen haben.
5. Die Umlenkung
Das verhindert ein ungewolltes Aushängen des Topropes (der einzigen Sicherung) etwa durch Krangel, aber auch dadurch, dass der Kletterer die Umlenkung versehentlich aushängt (besonders, wenn er beim Hochklettern die Exen ausklinkt).
6. Kernschmelze
7. Die Kommunikation
Die Kommunikation zwischen Kletterern ist extrem wichtig, gerade weil es in Hallen (oder auch am Fels) sehr voll und/oder laut ist: Ein fehlerhaftes, nicht gehörtes oder falsch verstandenes Kommando kann fatale Folgen haben.
Deshalb immer vergewissern, ob Sie es sind, der gemeint ist. Wenn bei drei Kletterern an dicht aneinander liegenden Routen einer "Stand" brüllt, können unten nicht drei Sicherer das Seil aushängen. Hilfreich ist es, zum Kommando (bespielsweise "Stand") den Namen zu nennen, also "Simone, Stand".
Aus ALPIN 11/09
Zur Einzelheftbestellung
Alle auf alpin.de veröffentlichten Online-Kurse finden Sie hier.
Seite versenden
Seite drucken
Sitemap