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Wie so vieles in der Sportgeschichte hat das Slacklinen seine Ursprünge in den USA und es brauchte schlappe 20 Jahre, bis die Slackline-Welle über den großen Teich nach Europa und schließlich nach Deutschland geschwappt ist.
Die lose Leine, wie Slackline übersetzt lapidar heißt, ist im Prinzip gar keine lose Leine, sondern ein Kunstfaserband, das mehr oder weniger fest zwischen zwei Fixpunkte gespannt wird.
Der Anfang
Vorreiter waren Kletterer im Yosemite Valley, die neben dem Spaß den hohen Trainingseffekt beim Slacklinen erkannten. Heinz Zak, bekannter Kletterer und Fotograf aus Tirol, ist sozusagen der deutschsprachige Guru der Szene und hat in Zusammenarbeit mit Mountain Equipment 2005 eines der ersten Slackline-Sets auf den hiesigen Markt gebracht.Das Pionierdasein war aber nur von kurzer Dauer, schnell erkannten die Bergsportartikel-Hersteller, dass das Slacklinen „gekommen ist, um zu bleiben“. Heute gibt es Dutzende von Slackline-Sets für alle möglichen und unmöglichen Einsätze: von der Trickline über die Jump- und Rodeoline bis hin zur Long- und Highline.
Orientiert man sich an den renommierten Bergsportartikel-Herstellern, ist man bei den technischen Anforderungen wie Bruchlast und Tragfähigkeit auf alle Fälle auf der sicheren Seite. Sie erfüllen die erforderlichen Kriterien um ein Vielfaches und sind in der Regel auch TÜV-geprüft.
Wer auf dem Schnäppchenmarkt im Internet wühlt, bekommt meist das, was er verdient: wenig Qualität für wenig Geld. Ein ordentliches Set gibt es ab etwa 50 Euro (ohne Baumschutz).
Die vorgestellten Sets liegen bei Längen zwischen 10 und 15 Meter und sind optimal für den Einstieg ins Balancieren auf dem Band.
Apropos Band: Wer sich in der Annahme „breit gleich einfacher“ für eine breitere Version entscheidet, unterliegt einem gewaltigen Irrtum. Breite Slacklines wie die von Gibbon (50 mm) können sogar anspruchsvoller sein als ihre schmalen Genossen um die 28 mm.
Wer allerdings empfindliche Füße hat, gerne mit Kindern slackt oder sich für Sprünge und Tricks begeistert, sollte schon zu einem etwas breiteren Band greifen. Prinzipiell gilt, dass bei kürzeren Sets eher elastischere Bänder eingesetzt werden.
Wie stark „dehnbar“ eine Line empfunden wird, hängt auch vom Körpergewicht ab. Zudem lässt sich viel über die Spannung regulieren.
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Aber Vorsicht: Eine Slackline härter zu spannen, bedeutet nicht, dass das Balancieren automatisch leichter wird, denn auf kurzen Distanzen verringert sich zwar die Amplitude, aber bei gleichzeitiger Erhöhung der Frequenz.
Das führt zu dem bekannten Zittern der Beine. Wichtig ist, dass jeder entsprechend seinem Geschmack „seine“ Line findet. Bei den Anfänger-Sets haben sich inzwischen die Ratschensysteme durchgesetzt.
Große Ratschen wie die von Mammut lassen sich dank Spacern auch mit schmaleren, längeren Lines kombinieren und sind damit sehr variabel. Viele Einsteiger-Sets werden beidseitig per Ankerstich am Baum fixiert (u.a. Gibbon, Lost Arrow). Eine preiswerte Lösung, die aber ihre Tücken hat.
Zum einen läuft die Line nicht (oder nur nach etwas Gefiesel) gerade aus dem Ankerstich, zum anderen liegt die Ratsche weit weg vom Fixpunkt „in der Line“. Mammut, Mountain Equipment und Slackline-Tools präsentieren hier die deutlich elegantere und funktionellere Lösung: eine Bandschlinge, an der die Rat sche eingehängt wird.
Dadurch ist die Ratsche nah am Fixpunkt und die Line „steht“ wunderbar gerade.
Extrem Wichtig:
der Baumschutz. Slacklinen und Baumschutz gehören zusammen wie Radfahren und Helm. Rundschlingen scheuern schnell die Rinde auf und beschädigen den Baum nachhaltig. In einigen deutschen Städten ist Slacklinen in Parks schon verboten.Um weiteren Verboten entgegenzuwirken, sollte immer ein Baumschutz verwendet werden. Wer nicht selber basteln will (beispielsweise aus Teppichresten, Fußmatten oder dicker Pappe), kauft am besten eine Slackline, bei der der Baumschutz mitgeliefert wird, wie das bei Mountain Equipment und Slackline-Tools der Fall ist. Der in die Rundschlingen integrierte Baumschoner von Austrialpin ist nach unserer Meinung nicht ausreichend.
Text: Romana Bloch
Aus ALPIN 07/2010
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