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Wie der Österreicher durch seinen Sprecher Ernst Wilde mitteilen ließ, habe er noch die Katastrophe von 2008 im Kopf, bei der zehn Bergsteiger durch einen Lawinenabgang am K2 ihr Leben verloren hatten. Daher wolle er kein Riskio eingehen.
Nachdem die Entscheidung für den Abbruch gefallen war, machte sich Stangl umgehend an den Abstieg. Auch dieser verlief nicht ohne Probleme. Das sich verschlechternde Wetter zwang den Extremsportler dazu, auf 7000m in seinem Zelt auf bessere Verhältnisse zu warten.
Ein für den Montag in Aussicht gestellter zweiter Versuch wurde von Stangl kurze Zeit später wieder verworfen. Der Österreicher will sein Projekt aber noch nicht ganz aufgeben. Die 8.000er-Saison ist noch nicht vorbei. So heißt es abwarten und hoffen, dass sich die Verhältnisse wieder bessern.
Am Montag ließ Stangls Sprecher in Österreich verlauten, bei der Aktion habe es sich um keinen Rekordversuch gehandelt. Es habe sich vielmehr um eine "Probetour" gehandelt, die der Steirer gemeinsam mit dem österreichischen Alpinisten Gerfried Göschl im Alpinstil unternommen habe. Im zweiten Anlauf
Bei seinem ersten Versuch im vergangenen Jahr war Christian Stangl nur knapp einer der größten Bergtragödien am K2 entgangen, bei der elf Bergsteiger den Tod durch eine Eislawine fanden.
Auf 8.100 Meter hatte Stangl damals den Gipfelversuch abgebrochen - nur wenig unterhalb der tödlichen Eislawine. Der Steirer hatte enormes Glück: Eine halbe Stunde früher aufgestiegen und ihn hätte vermutlich das selbe Schicksal gedroht wie den elf tödlich verunglückten Alpinisten.
8000er als Tagestour
Der 8.611 Meter hohe K2 soll der dritte Achttausender sein, den Stangl als "Tagestour" machen will. Für den 8.848 Meter hohen Everest brauchte Stangl gerade mal 17 Stunden zum Gipfel, den 8.188 Meter hohen Cho Oyu meisterte der Athlet in 15 Stunden nonstop vom Basislager aus.
Bei beiden Bergen war er unter 24 Stunden unterwegs vom Basislager zum Gipfel und retour. "Man kann jeden Berg - auch die Achttausender - als Tagestour angehen. Wo ist sonst die alpinistische Herausforderung? Auf dem Gipfel als 299ster zu stehen? Klingt nicht sehr spannend - für mich", so Stangl.
Stangl verzichtet bei seinen "Skyruns" auf jede Hilfe: Keine Lagerkette, keine Unterstützung durch Helfer, kein Sauerstoff. Mit leichtem Equipment geht's auf dem schnellsten Wege zum Gipfel. Ein paar Energieriegel und zwei Liter Wasser müssen reichen. "Der eigentliche Kampf findet gegen die Uhr statt, nicht gegen den Berg", betont Stangel.
Auf den Spuren von Fritz Wiessner
Für seinen Rekordversuch hat sich Stangl eine alte Route des deutschen Alpinisten Fritz Wiessner und Sherpa Pasang Dawa Lama ausgesucht. Die beiden Alpinisten hatten 1939 am K2 mit 8.382 Metern den Höhenrekord im Bergsteigen aufgestellt.
Abgebrochen hatten die Bergpioniere, weil dem Sherpa die Götter nicht wohlgesonnen schienen - so die Legende. Stangl will die Route vollenden, auch als Tribut für die beiden Bergsteiger. Jedoch auch, weil er damit den tödlichen Eisbalkon umgehen kann, der letztes Jahr den Bergsteigern zum Verhängnis wurde.
"Technische Schwierigkeiten sind am K2 nicht das Problem"
Der K2 wurde seit der Erstbegehung 1954 von 298 Bergsteigern erklommen. Als alpinistische Herausforderung sieht Stangl den Achttausender daher nicht: "Technische Schwierigkeiten sind am K2 nicht das Problem, er ist lediglich sehr gefährlich". Stangl polarisiert und provoziert durch solche Aussagen - und ist sich dessen auch bewußt.
"Eine Herausforderung ist, das in 24 Stunden zu machen, im Skyrunnig-Stil: Möglichst schnell rauf und wieder runter, ohne Hilfe und großes Equipment. Höhenkrankheit spielt kaum eine Rolle. Bin ja nur kurze Zeit in der Todeszone", so Stangl selbstbewusst zu seinem K2-Abenteuer.
Den "Speedrekord" am K2 hält der Franzose Benoit Chamoux. Der 1986 die Strecke vom Bergfuß bis zum Gipfel 23 Stunden bewältigen konnte. Chamoux konnte dabei auf vorbereitete Lager und Helfer vetrauen. Auf die verzichtet Stangl.
Quelle: Presse-Info Christian Stangl
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