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Video der Woche: Expedition Antarctica

Huberbuam klettern im ewigen Eis

28.07.2009 11:12:29
Im Dezember gelingt Alexander und Thomas Huber, besser bekannt als die "Huberbuam", gemeinsam mit Stephan Siegrist die Besteigung des Ulvetanna und die Erstbegehung der Westwand am Holtanna. Technische Schwierigkeiten, extreme Kälte und unglaubliche Dimensionen machen diese faszinierenden Berge zu einer der anspruchsvollsten aber auch schönsten Herausforderung weltweit...
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Huberbuam - Expedition Antarctica: Klettern im ewigen Eis
Sechs Wochen im ewigen Eis. Temperaturen von bis zu -50°Celsius, immer wieder Stürme, überraschend unbeständiges Wetter, kein Sonnenuntergang. Geschützt nur durch Kleidung, Schlafsack und Zelt. Bei vielen hört bereits hier die Vorstellungskraft auf.

Unter solch extremen Bedingungen dann noch eine 750 Meter hohe, vertikale Granitwand anzugehen, wenn möglich sogar in freier Kletterei, ist ein Szenario, das die Huberbuam dazu bringt, sich voller Energie und Leidenschaft in ein neues Projekt reinzuhängen.
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Im November und Dezember 2008 reisten die beiden Bergsteiger und Extremkletterer aus Berchtesgaden gemeinsam mit ihrem Schweizer Kollegen Stephan Siegrist für sechs Wochen ins Queen Maud Land inmitten der Antarktis.

Wie schon beim Film "Am Limit" begleitete Kameramann Max Reichel aus Bayerisch Gmain die Alpinisten, um das Leben und das Klettern an der arktisch kalten Senkrechten hautnah zu dokumentieren.
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Reise ins Ungewisse zu einzigartigen Türmen, Pfeilern und Zähnen

Im Queen Maud Land ragen, wie nirgendwo sonst in der Antarktis, einzigartige Türme, Pfeiler und Zähne aus dem Eismeer. Diese Nunataks sind nur die Spitze eines Gebirges, dessen höchste Gipfel das kilometerdicke Inlandeis durchstoßen und so spektakuläre Granitberge ausbilden, die wie Raketen in der scheinbar endlosen und weißen Gletscherwüste stehen.
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Der imposanteste Berg im Queen Maud Land ist ohne jeden Zweifel der 2931 Meter hohe Ulvetanna - eine perfekte Pyramide, die sich nach allen Seiten hin als ein abweisendes, anspruchsvolles Ziel präsentiert. Nicht umsonst gilt der Ulvetanna als der schwierigste Berg der Antarktis.

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Huberbuam: Expedition Antarctica: Klettern im ewigen Eis
Neben dem Ulvetanna ("Wolfszahn") reizte die drei Alpinisten vor allem die noch undurchstiegene Westwand des Holtanna ("Hohlzahn"). "Ein extremer Bigwall, 750 Meter hoch, im gesamten mehr als nur senkrecht und das ganze in der Kälte der Antarktis", beschreibt Alexander Huber die Herausforderung.

Sechs Wochen betrug das Zeitfenster, das sich die Huberbuam für ihre Reise ins Ungewisse gesetzt hatten. Trotz ausführlicher Recherche und Gesprächen mit Teilnehmern früherer Antarktisexpeditionen, wussten sie bis zur ersten Inspektion der Holtanna-Westwand nicht, ob und wie sich ihre Ambitionen realisieren lassen würden...

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"Die bisher schönste Expedition in unserer Bergsteigerlaufbahn"

Die Huberbuam kletterten durch die 750 Meter hohe Westwand - doch ihre Freikletterambitionen wurden aufgrund der eisigen Temperaturen zerschlagen. "Es war kalt, sehr kalt", erzählt Thomas Huber, "aber unsere Erstbegehung durch die Westwand wurde trotz dieser extremen Bedingungen ein Juwel: "Eiszeit" 24 Seillängen und Schwierigkeiten bis 7+ und technisch bis A4".
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Eine Woche später konnten die Extremkletterer dann doch über den Nordpfeiler die erste freie Besteigung des Holtanna für sich verbuchen. "Wenn auch die Schwierigkeiten in einem moderaten Rahmen waren, die Route "Skywalk", 7-, ist an Schönheit nicht zu übertreffen", schwärmt Thomas Huber.

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Huberbuam: Expedition Antarctica: Klettern im ewigen Eis
Die drei Alpinisten hatten noch ein weiteres großes Ziel im Visier. "Gegen Ende unserer Antarktis-Expedition hatten wir noch einmal Wetterglück und kletterten in zwei Tagen über den Nordwest-Pfeiler auf den Ulvetanna", erzählen die Huberbuam.

"Die Erstbegehung von "Sound of Silence" 8-/A2 war das Sahnehäubchen der bisher schönsten Expedition in unserer Bergsteigerlaufbahn. Von außen betrachtet haben wir vielleicht unser Ziel, eine schwierige Freikletterei in der Antarktis zu realisieren, nicht zu 100 Prozent erreicht. Aber bei einer Lufttemperatur von -20° wird ein Siebener zum Neuner, ein Neuner wird unmöglich und es war meist sogar noch kälter! Wir haben alles versucht, haben alles geschafft - und wir sind glücklich!"


Die Routen:
Ulvetanna, dritte Besteigung, Erstbegehung des Westpfeilers, "Sound of Silence", 800 Meter, VIII-/A2, bis zu 60° im Schnee, ca. 20 Seillängen
Holtanna, dritte Besteigung, Erstbegehung der Westwand, "Eiszeit",750 Meter, VII+/A4, 24 Seillängen
Holtanna, vierte und gleichzeitig erste freie Besteigung, Erstbegehung des Nordpfeilers, "Skywalk", 450 Meter, VII-, 10 Seillängen



Quelle: Pressemitteilung PLANET TALK GmbH

Das Team

Bild: Dirk van Nahauß.
Thomas Huber
Als erstes von drei Kindern wird Thomas am 18. November 1966 im oberbayerischen Palling geboren. Bevor die Huberbuam gemeinsam ausrücken, weckt der Vater im Älteren die Leidenschaft zum Klettern und unternimmt mit Thomas große Touren in den Alpen.
Kleine Fotogalerie zu Thomas Huber
Internationale Aufmerksamkeit bekam Thomas erstmals durch die erste Rotpunktbegehung seiner Route The End of Silence, eine der schwierigsten alpinen Felsrouten weltweit. Dieses Können setzte er in den folgenden Jahren mit den Freikletterouten im Yosemite konsequent auf größere Wände um.
Interview mit Thomas Huber: "Zweifeln darfst du nicht!"
Zu seinen größten Erfolgen gehören aber vor allem seine Expeditionen im Himalaya und Karakorum: Ogre, Latok II und Shivling – für seine Leistung am Shivling wurde Thomas im Jahr 2001 mit dem renommierten Piolet d´Or ausgezeichnet. Thomas ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Bild: Dirk van Nahauß.
Alexander Huber Der 38jährige staatlich geprüfte Berg- und Schiführer zog es 1997 vor, seine beginnende Laufbahn als Physiker an den Nagel zu hängen und einem unbekannten Weg in die Bergwelt zu folgen.
Kleine Fotogalerie zu Alexander Huber
Das Bergsteigen in all seinen Spielarten, in den verschiedensten Ländern der Erde zu erleben, ist seine Passion. Durch Kraft und Wille konnte er sich seitdem immer wieder aufs neue Träume erfüllen.
Interview mit Alexander Huber: "Das Warten auf den Morgen ist elend..."
Der elfte Grad im Sportklettern, Bellavista als erste Route dieses Grades in einer alpinen Felswand, die Freikletterrouten an den Bigwalls des Yosemite, die Erstbeghung der Westwand des Siebentausenders Latok II und die Free-Solo-Begehung der Direttissima an der Großen Zinne sind die Eckpunkte seines Lebens als Bergsteiger.

Weitere Meldungen zu den Huberbuam auf alpin.de:
Huberbuam: Rekord weg, Preis da
Huberbuam und Siegrist auf Expedition in Patagonien
Huberbuam: Nun geht's nach Patagonien
Huber-Buam: Now they did it! Über den Speedrekord im Yosemite

Weitere Informationen zu den Huberbuam:
www.huberbuam.de

Bild: Dirk van Nahauß.
Stephan Siegrist
Der mit 35 Jahren jüngste im Team ist der bekannte Schweizer Spitzenalpinist Stephan Siegrist. Am 17. Dezember 1972 geboren, ist er bereits über 20 Jahre in den grossen Wänden dieser Welt unterwegs.
Interview mit Stephan Siegrist: "Manchmal habe ich die Nase voll"
Bis heute durchstieg er die Eiger Nordwand 17 Mal und eröffnete dabei drei spektakuläre Neurouten („Young Spider“, „La vida e silbar“, „no name“). Für TV- und Filmprojekte bestieg er die Wand u.a. auch schon in Ausrüstung und Material der Erstbegeher von 1938.

Für weltweites Aufsehen sorgten seine erfolgreiche Wintererstbesteigung der Cerro Torre Westwand in Patagonien und seine grossen Himalaya Erstbesteigungen: Der Nordostpfeilers des Thalay Sagars, sowie die spektakuläre Nordwand des Arwa Towers. Die Filme und Bilder seiner Expeditionen sind international bekannt und wurden mehrfach ausgezeichnet.

Weitere Meldungen zu Stephan Siegrist auf alpin.de:
Steck und Siegrist: Schwierigste Route in der Eiger Nordwand
Stephan Siegrist im Himalaya erfolgreich

Weitere Informationen zu Stephan Siegrist:
www.stephan-siegrist.ch

Zu den drei Spitzen-Alpinisten gesellte sich außerdem Max Reichel, der als Kameramann das eisige Abenteuer dokumentiert.


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01.08.2010 08:15:47